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Art Plastique: Echtes Plastik aus dem Atlantik

Was aus Plastikmüll alles werden kann. Nicht nur Straßenbelag oder Campingstühle, sondern Kunst, die einen zum Lächeln und Staunen bringt. Das beweist der Frankfurter Fotograf und Künstler Uwe Grellneth mit seinem neuesten Projekt „Art Plastique: Echtes Plastik aus dem Atlantik". Gesammelt beim Familienurlaub an der bretonischen Atlantikküste in dem verträumten Örtchen Crozon und ursprünglich als rein altruistische Säuberungsaktion gedacht – Plastikabfälle im Vogelbrut- und Naturschutzgebiet! –, entstand aus dem spielerischen Umgang mit den bedrohlichen tier- und umweltfeindlichen Materialien ein Kunstprojekt.

Verblichene Plastikgriffe, Deckel, Tuben, Röhrchen, Fahrrad-Rücklichter, Stücke von Kleiderbügeln, Gürtelschnallen, Austernnetzen, Teile von Bojen, Salzstreuer, zerschlissene Sonnenmilchtuben, schwimmfeste Plastikenten: Die ganze Zivilisation in zerstörten Einzelstückchen, neu zusammengesetzt zu einer formalen Ästhetik voller gebrochener Perspektiven. Rund 50 gerahmte Figuren, die die Betrachter:innen schmunzeln lassen. Sind wir nicht alle etwas aus Einzelstücken Zusammengesetztes?

„Die erste Arbeit mit Plastik aus dem Meer begann in Crozon im Jahr 2020, dem ersten Jahr der Corona-Pandemie. Die Franzosen waren mehr oder weniger eingesperrt und die Strände voller Plastikabfälle. Das hat uns schockiert", erklärt der Künstler. Dieser schweren Zeit der Corona- und Klimakatastrophe habe er etwas Leichtes entgegensetzen wollen. „Ich möchte eine andere Perspektive darstellen, nämlich das Kreative, das auch aus der Krise entstehen kann."

Ausstellungseröffnung:

Mittwoch, 23. November 2022, 18 Uhr, im Polytechnikum der Ernst-Reuter-Schule II, Hammarskjöldring 17A, Frankfurt a. M.

Rund 50 Einzelobjekte und Fotografien.