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Media Use and Democracy - Jugendliche der Ernst-Reuter-Schule II im Rahmen von Erasmus+ in Bodrum (Türkei)

Vom 27. September bis 2. Oktober 2026 reisten zehn Kinder und Jugendliche der Ernst-Reuter-Schule II gemeinsam mit den Lehrkräften Tugba Cakir und Imane Amsalkhir im Rahmen des Erasmus+-Programms nach Bodrum in die Türkei. Fünf Tage lang standen internationale Begegnungen, Medienkompetenz, demokratische Bildung und der Austausch mit türkischen Schulen im Mittelpunkt. Dabei lernten unsere Kinder und Jugendlichen nicht nur den Schulalltag in der Türkei kennen, sondern arbeiteten gemeinsam mit türkischen Jugendlichen an einem umfangreichen Medienprojekt zum Thema „Media Use and Democracy". Neue Schulen, neue Begegnungen Während der Woche besuchte unsere Gruppe mehrere Schulen in Bodrum und wurde überall sehr herzlich empfangen.

Responsibility, Media Rights, Media Skills und Actions

An der Ayşe Gülsevim – Ali Rüştü Kaynak Anadolu Lisesi erhielten die Jugendlichen zunächst einen Einblick in den türkischen Schulalltag. Gemeinsam beschäftigten sich die deutschen und türkischen Gruppen anschließend mit dem Thema „Media Use and Democracy". Dabei entstanden Plakate zu den Bereichen Responsibility, Media Rights, Media Skills und Actions. Im Mittelpunkt standen Fragen wie: Welche Verantwortung tragen wir bei der Nutzung digitaler Medien? Welche Rechte haben wir im digitalen Raum? Wie können wir Informationen kritisch hinterfragen? Und wie können wir selbst zu einem respektvollen und demokratischen Miteinander beitragen? Neben der gemeinsamen Arbeit blieb auch Zeit für persönliche Begegnungen. Beim Fußballspielen, in den Pausen und bei gemeinsamen Gesprächen konnten sich die Jugendlichen kennenlernen und austauschen.

Gemeinsam gegen Fake News, Cybermobbing und Manipulation

An der Kanuni Sultan Süleyman Anadolu Lisesi wurde die Projektarbeit fortgesetzt. Die deutsch-türkischen Gruppen beschäftigten sich mit unterschiedlichen Herausforderungen der digitalen Welt. Themen waren unter anderem Fake News, Clickbait, Cybermobbing, Datenschutz, Meinungsfreiheit, Algorithmen, manipulierte Bilder, Gerüchte, unterschiedliche Perspektiven und gesellschaftliches Engagement. Das Ziel war nicht, diese Themen nur theoretisch zu behandeln. Die Jugendlichen sollten daraus eigene Geschichten entwickeln und ihre Erkenntnisse kreativ in Form von Photocomics umsetzen. Zunächst erarbeiteten die Gruppen Storyboards und planten ihre Szenen. Dabei mussten sie gemeinsam entscheiden, welche Botschaft ihr Comic vermitteln sollte, welche Rollen benötigt wurden und wie die einzelnen Bilder gestaltet werden konnten. 

Am nächsten Projekttag wurde aus den Ideen Praxis. Die Jugendlichen der Ernst-Reuter-Schule II und der Kanuni Sultan Süleyman Anadolu Lisesi suchten gemeinsam passende Orte für ihre Szenen und setzten ihre Storyboards bei einem Fotoshooting um. Anschließend wurden die entstandenen Bilder gemeinsam betrachtet und ausgewertet. Dabei war nicht nur Kreativität gefragt. Die Jugendlichen mussten sich absprechen, Aufgaben verteilen, ihre Ideen erklären und gemeinsam Entscheidungen treffen. Englisch wurde während dieser Tage nicht als Unterrichtsfach erlebt, sondern als tatsächliche gemeinsame Kommunikationssprache.

Am folgenden Tag wurden die Photocomics gemeinsam mit Mitgliedern des Cinema Clubs der Bodrum Mesleki ve Teknik Anadolu Lisesi fertiggestellt. Mit Canva kombinierten die Gruppen ihre Fotos mit Texten, Sprechblasen und weiteren Gestaltungselementen. So entstanden aus den zuvor erarbeiteten Themen eigene digitale Geschichten zum übergeordneten Thema „Media Use and Democracy".

Blick hinter die Kulissen einer türkischen Berufsschule

Der Besuch der Bodrum Mesleki ve Teknik Anadolu Lisesi bot darüber hinaus einen spannenden Einblick in das türkische Berufsbildungssystem. Die Schule bietet zahlreiche berufliche Fachrichtungen an, darunter Information Technologies, Child Development and Education, Maritime, Graphic Design and Photography, Food and Beverage Services, Beauty and Hair Care sowie Accommodation and Travel Agency. Bei einer Führung konnten unsere Jugendlichen verschiedene Ausbildungsbereiche kennenlernen. Besonders beeindruckend war der maritime Bereich. In einem Simulationsraum mit Computern und großen Bildschirmen können die türkischen Jugendlichen Situationen aus der Schifffahrt realitätsnah trainieren und sich beispielsweise auf spätere Tätigkeiten im Bereich der Schiffsführung vorbereiten. Auch die schuleigene Küche, Bereiche des Tourismus sowie der Fachbereich Child Development and Education wurden besichtigt. Dort lernen die Jugendlichen unter anderem, wie Kinder in ihrer Entwicklung begleitet werden können. Sie stellen Materialien und Spielzeuge her und üben praktische Situationen aus der Kinderbetreuung. Besonders interessant war für unsere Gruppe die enge Verbindung von Schule und Arbeitswelt. In bestimmten Phasen ihrer Ausbildung besuchen die türkischen Jugendlichen an zwei Tagen pro Woche die Schule und verbringen drei Tage in einem Praktikumsbetrieb. Dadurch sammeln sie bereits während ihrer Schulzeit umfangreiche praktische Berufserfahrungen.

Schulalltag vergleichen und voneinander lernen

Auch der direkte Vergleich zwischen dem deutschen und dem türkischen Schulalltag spielte während der Woche eine wichtige Rolle. Bei den Schulführungen und Interviews erfuhren unsere Jugendlichen unter anderem mehr über Unterrichtszeiten, Schuluniformen, den Umgang mit Handys, Unterrichtsmaterialien und verschiedene Ausbildungswege. Gleichzeitig stellten sie selbst die Ernst-Reuter-Schule II und ihren Schulalltag in Frankfurt vor. Bei einem Schulbesuch sorgte außerdem die Musikgruppe der Partnerschule für einen besonderen Moment. Türkische Jugendliche spielten und sangen für unsere Gruppe. Gemeinsame Aktivitäten, Plakate mit Motivationssprüchen sowie Sport und Gespräche boten anschließend weitere Möglichkeiten, miteinander in Kontakt zu kommen.

Offizieller Abschluss beim Schulamt in Bodrum

Am letzten Tag der Erasmus+-Woche besuchte die Gruppe die İlçe Millî Eğitim Müdürlüğü, die Bildungsbehörde des Bezirks Bodrum. Dort wurden die deutschen Gäste vom Leiter der Bildungsbehörde, Özcan Kuşçu, empfangen. Die Gruppe präsentierte die Aktivitäten und Ergebnisse der vergangenen fünf Tage und berichtete von ihren Erfahrungen während der Erasmus+-Mobilität. Zum Abschluss des Programms erhielten die Teilnehmenden ihre Zertifikate. Auch von Seiten der Bildungsbehörde wurde die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit hervorgehoben. Ziel solcher Erasmus+-Aktivitäten ist es, die Zusammenarbeit zwischen Bildungseinrichtungen zu stärken, gute pädagogische Praxis miteinander zu teilen und den kulturellen Austausch zu fördern.

Mehr als eine Klassenfahrt

Gerade die Zusammenarbeit an den Photocomics zeigte, was Erasmus+ ermöglichen kann. Die Jugendlichen arbeiteten mit Menschen zusammen, die sie wenige Tage zuvor noch nicht kannten. Sie mussten Sprachbarrieren überwinden, unterschiedliche Perspektiven berücksichtigen und gemeinsam ein konkretes Ergebnis entwickeln. Gleichzeitig beschäftigten sie sich mit Themen, die Jugendliche in Deutschland und der Türkei gleichermaßen betreffen. Fake News, Cybermobbing, Datenschutz, Meinungsfreiheit und der Einfluss von Algorithmen machen nicht an Landesgrenzen halt. Der Austausch machte deutlich, dass Medienkompetenz deshalb auch bedeutet, unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen, Informationen kritisch zu prüfen und Verantwortung für das eigene Handeln im digitalen Raum zu übernehmen.

Viele Erfahrungen im Gepäck

Nach fünf intensiven Projekttagen kehrte die Gruppe mit zahlreichen neuen Eindrücken, Arbeitsergebnissen und Begegnungen nach Frankfurt zurück. Die Erasmus+-Mobilität verband Medienbildung, Demokratiebildung, Berufsorientierung, Fremdsprachenlernen und interkulturelle Begegnung miteinander. Besonders wertvoll war, dass die Jugendlichen viele Inhalte nicht nur theoretisch behandelten, sondern gemeinsam mit türkischen Jugendlichen praktisch umsetzten. Aus ersten Begegnungen wurden gemeinsame Arbeitsgruppen, aus Ideen wurden Storyboards und aus Storyboards schließlich fertige Photocomics.

Wir bedanken uns herzlich bei unseren Partnerschulen in Bodrum, der Bildungsbehörde des Bezirks Bodrum, den beteiligten Lehrkräften und insbesondere bei den türkischen Jugendlichen für die Gastfreundschaft, die intensive Zusammenarbeit und die vielen gemeinsamen Erfahrungen. Die Erasmus+-Reise wurde von Tugba Cakir und Imane Amsalkhir organisiert und begleitet. 

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