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Bundestagswahl 2021 - Wahlsimulation an der ERS II

An fünf aufeinanderfolgenden Tagen führten wir in den Jahrgängen 6 bis 10 mit allen Klassen die Wahlsimulation zur Bundestagswahl durch. Ziel der Wahlsimulation ist die Förderung der demokratischen Grundhaltung im Sinne eines*r aufgeklärten, informierten Aktivbürgers*in, die sich in folgenden Kompetenzen spiegelt:

  • Handlungskompetenz: Durch die Wahlsimulation lernen die Schüler*innen den Ablauf einer Wahl kennen. Dies unterstützt sie in ihrer zukünftigen Handlungskompetenz und nimmt ihnen mögliche Ängste und Unsicherheiten, wie sie sich in einem Wahllokal verhalten sollen und wie mit einem Stimmzettel korrekt umzugehen ist. Für viele Lernenden sind dies neue Erfahrungen, die sie nicht primär in ihrem Elternhaus erlernen. Die Schüler*innen erlangen durch die Wahlsimulation daher konkrete Kenntnisse über den Ablauf der Wahl, so dass sie später selbstsicher von ihrem aktiven Wahlrecht Gebrauch machen können.
  • Analysekompetenz: Die Schüler*innen beschäftigten sich im Vorfeld der Simulation im regulären GL-Unterricht mit den inhaltlichen Ausrichtungen der Parteien. Um eine Wahlentscheidung treffen zu können, ist das Finden einer eigenen begründeten Position unabdingbar. Die Schüler*innen werden daher durch die Wahlsimulation angeregt, sich mit aktuellen politischen Fragen, Problemen und Themenfeldern auseinanderzusetzen und zu einer eigenen Haltung zu gelangen.
  • Partizipationskompetenz: Die Wahlsimulation muss auch als Prävention von Politikverdrossenheit verstanden werden. Denn im GL-Unterricht wurde vor der Wahlsimulation ausführlich über die Bundestagswahl, die Partei-Programme und die Bedeutung der Erst- und Zweitstimme gesprochen. Die Lernenden setzten sich demnach wochenlang mit der Bundestagswahl auseinander. Die Aktualität der politischen Wirklichkeit konnte daher in den GL-Unterricht übertragen und durch die Wahlsimulation konkretisiert und erfahrbar gemacht werden. Diese Erfahrbarkeit der eigenen Möglichkeiten im Sinne der Wahlrechtsnutzung schützt vor einer subjektiv gefühlten Ohnmacht und bestärkt die Lernenden in ihren Mitbestimmungsmöglichkeiten.

M. Hellermann & T. Birsin & M. Herbst 

 Wie läuft die Bundestagswahlsimulation ab?

Zum Beginn werden die Schüler*innen der jeweiligen Klasse von uns vor ihrem Klassenraum abgeholt. Das machen meistens zwei Wahlhelfer*innen, welche dann zusammen mit den Schülern*innen zum Polytechnikum laufen, in dem die Bundestagswahlsimulation stattfindet. Dort wird den Wählenden der Ablauf der Wahlsimulation erklärt, und auch, was als eine gültige Stimme gezählt wird. Dann werden die Schüler*innen nacheinander in das Polytechnikum reingelassen. Die anderen Wahlhelfenden empfangen sie und überprüfen die Wahlbescheinigungen und Ausweismaterialien der Schüler*innen. Danach wird ihnen ein Wahlzettel von einem anderen Wahlhelfenden ausgeteilt. Nach dem Austeilen des Wahlzettels wird den Schülern*innen von einem anderen Wahlhelfenden eine Kabine zugewiesen, in der sie ihren Wahlzettel ausfüllen und ihr Wahlrecht in Anspruch nehmen. Wenn der Zettel ausgefüllt und zweimal gefaltet ist, bringen die Schüler*innen ihn zu der Wahlurne, der dort von weiteren Wahlhelfenden entgegengenommen wird. Der Prozess wird wiederholt bis alle Schüler*innen gewählt haben. Mit dem letzten eingeworfenen Zettel werden die Klassensprecher*innen der jeweiligen Klasse hereingerufen, um gemeinsam mit zwei Wahlhelfenden die Stimmen zu zählen. Die Ergebnisse werden zweifach ausfertigt. Die Kopie wird den Klassensprechern*innen ausgehändigt, damit sie es in der Klasse besprochen werden können und die Originale bleiben bei uns, um später nachweisen zu können, dass die Wahlen nicht gefälscht wurden.

Andrej und Pedro 10f

Wahlhelfer: Wieso, weshalb, warum? 

 Oft wurden wir Wahlhelfer*innen gefragt, warum die durchgeführte Bundestagssimulation so wichtig ist. Hier geben wir euch die Erklärung:Demokratie bedeutet „Herrschaft des Volkes". Das Volk herrscht durch Wahlen. Dies impliziert, dass alle Bürger*innen mit deutschem Pass ab 18 Jahren ein allgemeines Wahlrecht haben, mit welchem sie die Politik mitbestimmen können. Damit die politischen Interessen eines jeden Menschen wahrgenommen werden können, sollte dieses Wahlrecht von allen Wahlberechtigten genutzt werden. Denn es geht uns alle etwas an, wie die Politik unseres Landes gestaltet wird.

Einige Menschen nehmen jedoch nicht an Wahlen teil (Nichtwähler*innen), da sie entweder nicht wissen, wie wichtig die Wahlen sind oder sich das aktive Wählen nicht zutrauen bzw. vielleicht sogar Angst davor haben. Die Bundestagswahlsimulation ist eine gute Möglichkeit den Schüler*innen das Privileg des Wahlrechts näher zu bringen. Denn durch die Simulation üben wir Schüler*innen, wie der Wahlgang abläuft. Dadurch bekommen alle Schüler*innen Sicherheit und können Ängste abbauen.

Das grundlegende Ziel der Simulation ist also allen Menschen an der Schule zu zeigen, wie einfach der konkrete Wahlgang und wie wichtig politische Mitbestimmung ist.

Durch diese Aktion möchten wir alle Schüler*innen an unserer Schule dazu bewegen, in Zukunft wählen zu gehen und ihr Recht auf politische Mitbestimmung zu nutzen. Denn was in unserem Land politisch passiert, liegt letztendlich in unserer Hand! Deshalb: Runter vom Sofa und schnell zur Wahl. Die Demokratie braucht uns. Denn wenn niemand zur Wahl geht, dann kann Demokratie als Mitbestimmung nicht funktionieren.

Larissa 10F, Konrad 10F und Marlon 10H